Dissonanzen mit der Exekutive
Heute morgen, auf dem Weg in den Kindergarten, sind meine Tochter und ich von einem Polizisten zurechtgewiesen worden, der dafür extra seinen Wagen wendete und 200 Meter zurückfuhr, weil wir auf dem falschen Gehweg fuhren. Der Herr hielt mir vor, ich würde meine Kind zu gefährlichem Verkehrsverhalten erziehen. Nun ja, wir fahren immer so, weil wir so eine gefährliche Strassenquerung vermeiden können. Ich war ganz schön in Rage und habe dem Herrn Polizisten auch gesagt, das ich die Maßregelung völlig unangemessen finde und mir viele andere Dinge einfielen, um die er sich besser kümmern sollte. Allerdings ist mein Ärger schnell verflogen, da er einerseits sehr freundlich war und sich dann auch sehr nett mit meiner Tochter unterhalten hat. Außerdem muss man sich ja manchmal freuen, wenn sich Dritte einmischen und nicht wegschauen - lieber einmal zuviel eingemischt als einmal zuviel weggeschaut.
Was bleibt ist ist zum einen die Frage, ob ich in Zukunft die gefährliche Strasse quere, um dann auf der richtigen Seite zu fahren (so wie ich es ohnehin tue, wenn ich ohne Tochter unterwegs bin) und ein gewisses Gefühl des "ungerecht behandelt seins" - fast täglich erlebe ich Autofahrer, die sich regelwidrig verhalten (teilweise in sehr gefährdender Weise) und fast noch nie habe ich erlebt, dass einer von diesen von der Polizei gemaßregelt worden wäre. Irgendwie fehlt mir da die Verhältnismäßigkeit der Mittel …
Posted at 09:44AM Apr 02, 2009 by joerg in Allgemein | Kommentare[0]